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Wasserstoffspeicher: Schlüssel für Versorgungssicherheit und Klimaneutralität in Österreich
Wasserstoff wird im Zuge der Energiewende zu einem zentralen Energieträger für Industrie, Energieversorgung und Systemstabilität. Damit er ganzjährig verfügbar und wirtschaftlich nutzbar ist, spielt die Speicherung eine entscheidende Rolle.
Die neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) „Wasserstoffspeicher in Österreich“ zeigt, welcher Speicherbedarf bis 2040 zu erwarten ist und welche technologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen dafür entscheidend sind.
Laut dem Österreichischen Netzinfrastrukturplan (ÖNIP) steigt der Wasserstoffbedarf von rund 5 TWh im Jahr 2030 auf 48 TWh im Jahr 2040. Haupttreiber hierfür sind die Stahlindustrie (21 TWh), flexible Gaskraftwerke (13 TWh) sowie der industrielle Einsatz als Energie- und Rohstoffquelle (12 TWh).
Parallel dazu wächst auch der Speicherbedarf deutlich: von rund 1,2 TWh 2030 auf 6,8 TWh 2035 und 7,7 TWh im Jahr 2040. Der Großteil soll als sogenannter Jahresspeicher genutzt werden. Wasserstoff wird im Sommer bei hoher erneuerbarer Stromproduktion eingelagert und im Winter wieder in Kraftwerken verstromt.
Besonders deutlich wird der Einfluss auf die Versorgungssicherheit: Würden im Jahr 2040 sechs Monate lang keine Importe stattfinden, müsste, so die Studienergebnisse, fast doppelt so viel Speicher bereitgestellt werden wie in dem angenommenen Referenzfall. Wasserstoffspeicher sind damit eine zentrale Reserve im Energiesystem.
Technologisch sieht die Studie die größten Potenziale in porösen Lagerstätten, insbesondere in ausgeförderten Gasfeldern. Kavernen oder Aquifere kommen aufgrund der geologischen Gegebenheiten kaum infrage. Kurz- bis mittelfristig liegt das realistische Speicherpotenzial bei 3,2 bis 5 TWh, langfristig bei über 30 TWh.
Ökonomisch bestehen noch Unsicherheiten: Die Studie schätzt die Levelised Cost of Storage (LCOS) auf 42–127 €/MWh, eine doch noch recht große Schwankungsbreite. Aufgrund der geringeren Energiedichte von Wasserstoff dürften die Speicherentgelte jedenfalls höher liegen als bei Erdgas.
Ein wesentlicher Handlungsbedarf besteht beim rechtlichen Rahmen. Derzeit fehlt in Österreich ein klar geregeltes Genehmigungsregime für geologische Wasserstoffspeicher. Die Studie empfiehlt daher gesetzliche Anpassungen, um Investitionssicherheit und Planungskraft zu schaffen.
Fazit: Wasserstoffspeicher sind ein unverzichtbares Rückgrat eines klimaneutralen Energiesystems. Österreich verfügt über die nötigen geologischen Voraussetzungen für die Speicherung von Wasserstoff, nicht nur für den nationalen, sondern auch für den europäischen Bedarf. Entscheidend sind jetzt klare Regeln und eine abgestimmte Infrastrukturstrategie damit eine stabile Nachfrage bestehen kann.
Hier geht es zur ganzen Studie:
https://www.bmwet.gv.at/dam/jcr:b8f68e4d-ac2d-4175-a0fc-84b64a803e44/Wasserstoffspeicher%20in%20%C3%96sterreich.pdf
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