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Wasserstoff-Importstrategie für Österreich



Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) hat am 27. April 2026 im Rahmen eines Stakeholder-Workshops die Eckpunkte einer Wasserstoff-Importstrategie für Österreich vorgestellt.

Die Strategie verfolgt das Ziel, eine langfristige, diversifizierte und klimaneutrale Wasserstoffversorgung für Österreich sicherzustellen. Darüber hinaus sollen resiliente Importkorridore aufgebaut, Österreich als zentraler Transit-, Speicher- und Handelsstandort im European Hydrogen Backbone gestärkt sowie die industrielle Transformation und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich unterstützt werden. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von Planungssicherheit für Investitionen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Die künftige Importstrategie wird vor allem auf pipelinegebundene Importkorridore setzen. Im Fokus stehen dabei drei zentrale Versorgungsachsen:

• Südkorridor (Nordafrika)
• Nordkorridor (Skandinavien)
• Ostkorridor (Ukraine)

Die vorgeschlagenen Maßnahmen gliedern sich entlang der Wertschöpfungskette in die Bereiche Upstream, Midstream, Downstream sowie übergreifende Maßnahmen.

Zu den Upstream-Maßnahmen zählen der Aufbau und die Stärkung internationaler Kooperationspartnerschaften, der verstärkte Einsatz von De-Risking-Instrumenten sowie die Unterstützung der lokalen Wertschöpfung in den Erzeugungsländern.

Im Midstream-Bereich stehen insbesondere das neue Gaswirtschaftsgesetz (GWG), der Aufbau eines nationalen Wasserstoff-Startnetzes und der erforderlichen Speicherinfrastruktur, die Nutzung bestehender EU-Finanzierungsinstrumente sowie die Schaffung europaweiter Garantieinstrumente im Fokus. Darüber hinaus sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Einbindung Österreichs in die internationale Importinfrastruktur vorangetrieben werden.

Die Downstream-Maßnahmen konzentrieren sich auf die Stärkung der heimischen Nachfrage in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren sowie auf die Absicherung langfristiger Abnahmeverpflichtungen durch marktbasierte Instrumente.

Zu den übergreifenden Maßnahmen zählen insbesondere die Intensivierung der Arbeiten an den Wasserstoff-Süd- und Nordkorridoren sowie der Ausbau internationaler Kooperationen.

Die Fertigstellung und Veröffentlichung der Wasserstoff-Importstrategie ist für Ende 2026 vorgesehen.

Wir begrüßen die Initiative des BMWET ausdrücklich. Aus unserer Sicht wird entscheidend sein, die regulatorischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen rasch zu schaffen, damit der Wasserstoffhochlauf sowie die Entwicklung der internationalen Transportkorridore zeitgerecht erfolgen können.

Für den Wirtschaftsstandort Österreich ist es von zentraler Bedeutung, dass die künftigen europäischen Wasserstoffrouten durch Österreich verlaufen. Um im europäischen Wettbewerb um die zukünftigen Wasserstoffkorridore erfolgreich zu sein, ist die rasche Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen von besonderer Bedeutung. Nur so kann Österreich seine Rolle als Transit-, Speicher- und Handelsdrehscheibe für Wasserstoff nachhaltig stärken.
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