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Versorgungssicherheit und Situation am Gasmarkt



Nach den sehr kalten Tagen im Jänner ist der Gasverbrauch zuletzt deutlich zurückgegangen. Während an einzelnen Spitzentagen noch mehr als 500 GWh pro Tag benötigt wurden, liegt der tägliche Verbrauch aktuell bei etwas über 200 GWh. Dazu trägt auch der geringere Einsatz von Gaskraftwerken maßgeblich bei.

Insgesamt zeigt sich ein differenziertes Bild: Im Jänner wurden mit 13,2 TWh etwas mehr Gas verbraucht als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre, der deutlich mildere Februar brachte hingegen einen Verbrauch von 9,4 TWh. Auf Jahressicht liegt der Gasverbrauch damit bislang nur knapp über dem Vorjahresniveau.


Quelle: AGGM

Ein wesentlicher Teil des hohen Jänner-Verbrauchs wurde über Speicherentnahmen gedeckt. Zeitweise wurden täglich zwischen 0,4 und 0,8 TWh aus den Speichern entnommen. Mit dem Rückgang des Verbrauchs sind auch diese Entnahmen seit rund zwei Wochen deutlich gesunken. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Importkapazitäten nach Österreich derzeit komfortabel ausreichen: Die Leitungen aus Deutschland und Italien werden aktuell nur zu rund einem Drittel ausgelastet – und ermöglichen neben der Versorgung des Inlands auch Exporte in die Slowakei, nach Ungarn und Slowenien.

Der österreichische Speicherstand liegt derzeit bei rund 36 TWh. Einschließlich der strategischen Gasreserve von 20 TWh befindet sich Österreich damit klar über dem europäischen Durchschnitt. Für den verbleibenden Winter und kühlere Phasen im Frühjahr ist somit ein solider Sicherheitspolster vorhanden. Die Strategische Gasreserve wird nun um 2 weitere Jahre bis 2029 verlängert werden, angesichts der turbulenten Lagen eine nachvollziehbare und gute Entscheidung.

Vor diesem Hintergrund besteht aktuell kein Anlass zu Sorgen um die Versorgungssicherheit – auch nicht im Zusammenhang mit dem militärischen Konflikt im Nahen Osten. Die geopolitische Lage sorgt allerdings weiterhin für hohe Unsicherheit an den Märkten: Die Großhandelspreise sind zuletzt deutlich gestiegen und haben sich innerhalb weniger Tage von rund 33 EUR/MWh auf über 60 EUR/MWh erhöht.

Fazit: Die physische Gasversorgung in Österreich ist derzeit gut abgesichert. Die größte Herausforderung bleibt kurzfristig weniger die Verfügbarkeit von Gas, sondern die hohe Volatilität und Unsicherheit bei den Preisen.

 
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