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ENTSOG Summer Supply Outlook



Der aktuelle „Summer Supply Outlook 2026“ von ENTSOG macht deutlich: Die Befüllung der Gasspeicher wird in diesem Sommer deutlich anspruchsvoller als in den vergangenen Jahren. Im Fokus steht dabei vor allem die Frage, ob die Speicher rechtzeitig vor dem Winter ausreichend gefüllt werden können und unter welchen Voraussetzungen das überhaupt gelingt.

Niedrige Ausgangslage zu Beginn der Einspeichersaison
Die Ausgangssituation ist alles andere als komfortabel. Zum Start der Einspeichersaison am 1. April 2026 lagen die Speicherstände EU-weit bei rund 28 % – und damit spürbar unter den Werten der letzten Jahre.
Grund dafür ist vor allem der vergleichsweise kalte Winter 2025/26, in dem die Speicher stärker in Anspruch genommen wurden. Entsprechend höher ist nun der Druck, die fehlenden Mengen über den Sommer wieder aufzubauen.

LNG wird zum entscheidenden Faktor
Ob das gelingt, hängt in erster Linie von der Verfügbarkeit von LNG ab. Laut ENTSOG wären rund 943 TWh notwendig, um die Speicher bis Ende September auf 90 % zu bringen – deutlich mehr als zuletzt.
Gleichzeitig ist das Angebot auf den globalen Märkten angespannt. Geopolitische Risiken und begrenzte Verfügbarkeiten treiben die Preise nach oben und machen die Einspeicherung wirtschaftlich schwieriger. In Szenarien mit eingeschränkter LNG-Verfügbarkeit würden die Speicher daher deutlich unter den (nicht obligatorischen) Zielwerten von 90% bleiben.

Technisch ist das System vorbereitet
Auf der Infrastrukturseite zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Die europäische Gasinfrastruktur gilt weiterhin als leistungsfähig und flexibel. Neue LNG-Terminals und zusätzliche Transportkapazitäten verbessern die Importmöglichkeiten und erleichtern die grenzüberschreitende Versorgung.
Gleichzeitig wird deutlich, dass die Infrastruktur allein nicht entscheidend ist. Ohne ausreichende Gasmengen lassen sich auch gut ausgebaute Systeme nur eingeschränkt nutzen.

Früher Start und Flexibilität sind entscheidend
ENTSOG empfiehlt daher, die Einspeicherung möglichst frühzeitig zu beginnen und flexibel an die Marktbedingungen anzupassen. Gerade bei knapper LNG-Verfügbarkeit könnte sich eine längere Einspeicherperiode als entscheidend erweisen.

Unterm Strich zeigt der Bericht sehr klar: Die Speicherbefüllung im Sommer 2026 wird zu einem zentralen Faktor für die Versorgungssicherheit im kommenden Winter – und steht stärker denn je im Spannungsfeld globaler Marktentwicklungen.

Seit April läuft die Einspeicherung in die österreichischen Speicher durchaus zufriedenstellen. Bis Mitte Juni wurden bereits 16 TWh eingespeichert. Der Speicherstand liegt mittlerweile über 50 TWh. Klar unter dem Vorjahreswert um diese Zeit, aber auch deutlich höher als in der Einspeichersaison 2022.

Der Speicherstand liegt in Österreich mit über 50 % auch klar über dem europäischen Schnitt von 45%. Allerdings, ohne die strategische Gasreserve im Ausmaß von 20 TWh wären die österreichischen Speicher unter dem europäischen Schnitt befüllt: Die strategische Gasreserve liefert schon jetzt einen wichtigen Sicherheitspolster für den nächsten Winter!

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