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Fokus Biomethan: EGG und SEG Studie: Volkswirtschaftliche Effekte der Biomethanproduktion in Österreich
Biomethan stärkt Wertschöpfung, Beschäftigung und Versorgungssicherheit
Der Ausbau der heimischen Biomethanproduktion könnte Österreich nicht nur bei der Erreichung seiner Klima- und Energieziele unterstützen, sondern auch spürbare wirtschaftliche Impulse auslösen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Servicestelle Erneuerbare Gase, die die Effekte eines Biomethan-Hochlaufs entlang der gesamten Wertschöpfungskette untersucht.
Diversifizierung als Erfolg – Biomethan als nächster Schritt
Österreich hat in den vergangenen Jahren wesentliche Fortschritte bei der Diversifizierung seiner Gasversorgung erzielt und sich erfolgreich von russischen Lieferungen unabhängig gemacht, mit der Inbetriebnahme des neuen Produktionsfeldes der OMV in Wittau wird sich der Anteil Inlandsproduktion am Verbrauch erhöhen. Gleichzeitig bleibt die Versorgung weiterhin stark von Importen geprägt – mit entsprechenden Auswirkungen auf Wettbewerb, Preisniveau und Versorgungssicherheit.
Vor diesem Hintergrund gewinnt Biomethan an Bedeutung: Als erneuerbares Gas kann es bestehende Importstrukturen ergänzen und einen zusätzlichen Beitrag zur Diversifizierung leisten. Gleichzeitig stärkt es die Versorgungssicherheit, da ein wesentlicher Teil der Produktion im Inland erfolgt und damit weniger anfällig für geopolitische Entwicklungen ist.
Hohe Inlandswirkung über die gesamte Wertschöpfungskette
Ein zentrales Ergebnis der SEG-Studie: Ein überwiegender Anteil der wirtschaftlichen Effekte aus dem Ausbau von Biomethan entsteht im Inland. Sowohl Investitionen als auch laufender Betrieb kommen in erster Linie heimischen Branchen zugute – von Bau und Anlagenbau über technische Dienstleistungen bis hin zur Landwirtschaft.
Im Vergleich zu fossilen Importen zeigt sich damit ein klarer Vorteil: Während bei Erdgas ein großer Teil der Wertschöpfung ins Ausland abfließt, bleibt sie bei Biomethan nahezu vollständig im Inland und stärkt insbesondere regionale Wirtschaftskreisläufe.
Der Ausbau von Biomethan wirkt nicht nur kurzfristig durch Investitionen, sondern entfaltet auch im laufenden Betrieb nachhaltige Effekte. Die wirtschaftlichen Impulse verteilen sich auf eine Vielzahl von Branchen und sorgen für stabile Beschäftigung – insbesondere auch im ländlichen Raum.
Dabei verschiebt sich der Schwerpunkt im Zeitverlauf: Während anfangs vor allem Bau- und Anlagenbau profitieren, entstehen langfristig kontinuierliche Effekte in Landwirtschaft, Logistik sowie Wartungs- und Dienstleistungsbereichen.
Politischer Rahmen als entscheidender Hebel: Stichwort EGG
Für den weiteren Ausbau kommt den regulatorischen Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle zu. Mit dem geplanten Erneuerbare-Gase-Gesetz (EGG), das derzeit in der politischen Koordinierung ist, soll eine verlässliche Grundlage für den Markthochlauf geschaffen werden. Ziel ist es, Investitionssicherheit zu erhöhen und den Einsatz erneuerbarer Gase systematisch auszubauen.
Ein klar ausgestalteter Rahmen könnte damit nicht nur den Ausbau von Biomethan beschleunigen, sondern auch die bereits erreichte Diversifizierung der Gasversorgung weiter stärken.
Digitale Transparenz als Voraussetzung für den Markthochlauf
Neben dem regulatorischen Rahmen gewinnt auch die Transparenz über Einspeisepotenziale und Infrastruktur an Bedeutung. Hier leistet unsere digitale Einspeisekarte für erneuerbare Gase („inGRID“) einen wichtigen Beitrag.
Sie schafft einen strukturierten Überblick über mögliche Einspeisepunkte und unterstützt damit Projektentwickler und Marktteilnehmer bei der Planung neuer Biomethananlagen. Die erforderlichen Schritte für den Netzzugang von Biomethananlagen sind im Leitfaden "Netzzugang für Biomethan & Wasserstoff" zusammengefasst. Damit wird eine zentrale Voraussetzung für einen effizienten Markthochlauf geschaffen.
Biomethan als strategischer Baustein der Energiewende
Die Studie unterstreicht einmal mehr die Rolle von Biomethan als relevanten, ergänzenden Baustein einer diversifizierten und resilienten Energieversorgung. Neben der Verringerung von Importabhängigkeiten leistet Biomethan auch einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung, da es fossiles Erdgas direkt ersetzen kann.
In Kombination aus politischem Rahmen, vorhandener Infrastruktur und wachsender Markttransparenz kann Biomethan damit einen wesentlichen Beitrag leisten, die Energieversorgung Österreichs langfristig nachhaltiger, unabhängiger und robuster aufzustellen.
Hier geht es zur ganzen Studie.
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