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ACER unterstützt Zertifizierung von erstem Wasserstoff- Fernleitungs- netzbetreiber



Der europäische Wasserstoffmarkt macht einen wichtigen Schritt nach vorn: Die Agency for the Cooperation of Energy Regulators (ACER) unterstützt erstmals die Zertifizierung eines europäischen Wasserstoff‑Fernleitungsnetzbetreibers.

Konkret hat ACER ihre Stellungnahme zur geplanten Entscheidung der polnischen Regulierungsbehörde URE veröffentlicht, GAZ‑SYSTEM als Wasserstoff‑Fernleitungsnetzbetreiber zu zertifizieren. Damit liegt der erste Anwendungsfall des neuen Rechtsrahmens aus dem Wasserstoff‑ und Gas‑Dekarbonisierungspaket vor – ein Präzedenzfall für den künftigen Aufbau einer europäischen Wasserstoff‑Infrastruktur.

Klare Regeln für Wasserstoffnetze
Der rechtliche Rahmen ist eindeutig: Wasserstoff‑Fernleitungsnetzbetreiber dürfen ihren Betrieb nur aufnehmen, wenn sie zuvor von der nationalen Regulierungsbehörde zertifiziert wurden. Zentrale Voraussetzung ist die strikte Unabhängigkeit von Erzeugern und Lieferanten (Unbundling), die von der Europäischen Kommission geprüft und von ACER begleitet wird. ACER bestätigt in ihrer Stellungnahme, dass GAZ‑SYSTEM die Kriterien für die nationale Zertifizierung erfüllt, betont jedoch zugleich, dass die Unabhängigkeit des Betreibers sowie die klare Trennung der Finanzbuchhaltung zwischen Gas‑ und Wasserstoffnetzen kontinuierlich überwacht werden müssen. Nur so lassen sich transparente Regulierung, verursachungsgerechte Tarife und faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft sicherstellen.

Europa geht voran – Österreich darf nicht zögern
Der Ball liegt nun bei der Europäischen Kommission, die bis 6. April 2026 ihre eigene Stellungnahme zum Zertifizierungsfall GAZ‑SYSTEM vorlegen soll. Eines zeigt sich damit deutlich: in den EU-Mitgliedstaaten wird der neue regulatorische Rahmen für Wasserstoff schrittweise in die Praxis umgesetzt – von Unbundling‑Regeln bis hin zu integrierter Netzplanung. Gerade vor diesem Hintergrund ist klar, dass auch Österreich rasch nachziehen muss. Wenn die Rolle als Wasserstoff‑Drehscheibe für Mitteleuropa Realität werden soll, braucht es zeitnah konkrete nationale Regelungen für Wasserstoffnetze – insbesondere zur Zertifizierung, zu Entflechtungsvorgaben und zu verlässlichen Investitions‑ und Refinanzierungsbedingungen.
Der europäische Rechtsrahmen steht, erste Mitgliedstaaten wenden ihn bereits an. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auch in Österreich die notwendigen gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit Wasserstoffinfrastruktur geplant, genehmigt und betrieben werden kann – und grenzüberschreitende Projekte sowie die Entstehung regionaler H2-Cluster nicht am fehlenden Regulierungsrahmen scheitern.
 
Fazit
Der Fall GAZ‑SYSTEM macht deutlich: Der Wasserstoffhochlauf ist keine Zukunftsdebatte mehr, sondern konkrete Regulierungspraxis in Europa. Wer in der europäischen Wasserstofflandschaft eine führende Rolle einnehmen will, muss jetzt handeln. Für Österreich heißt das: Tempo aufnehmen, regulatorische Klarheit schaffen und die Position als zentrale Wasserstoff‑Drehscheibe in Mitteleuropa aktiv absichern.
 
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