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Konsultation von ENNOH und ENTSOG Bericht zu De-risking-Optionen für Wasserstoff- infrastruktur
ENNOH und ENTSOG haben einen gemeinsamen Bericht zu De-risking-Optionen für Investitionen in Wasserstoffinfrastruktur vorgelegt. Der Bericht knüpft an einen Auftrag des Copenhagen Energy Infrastructure Forum 2025 an, Lösungen zu entwickeln, wie insbesondere grenzüberschreitende Wasserstoffprojekte finanziell abgesichert und dadurch beschleunigt werden können.
Ausgangspunkt des Berichts ist die zentrale Rolle von Wasserstoff für die EU-Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und Systemflexibilität. Gleichzeitig bleibt der Markthochlauf bislang hinter den Erwartungen zurück. Produktion und Nachfrage befinden sich noch im Aufbau und auch Preisbildung sowie regulatorische Rahmenbedingungen entwickeln sich erst schrittweise. Ohne verlässliche langfristige Kapazitätsbuchungen können Netzbetreiber jedoch kaum FIDs (Final Investment Decisions) für antizipative Infrastrukturprojekte treffen.
Gerade für grenzüberschreitende Infrastruktur identifiziert der Bericht drei zentrale Risikokategorien:
- Volumenrisiko (Infrastruktur entsteht vor der Nachfrage),
- Preis- und Regulierungsrisiko (unsichere künftige Wasserstoffpreise und Zahlungsbereitschaft) sowie
- zusätzliche grenzüberschreitende Risiken durch unterschiedliche Regulierung und erhöhten Koordinationsbedarf zwischen Mitgliedstaaten.
Der Bericht analysiert zudem bestehende Instrumente zur Risikominimierung, darunter:
- intertemporale Kostenallokation (ICA) mit Amortisationskonto,
- staatliche Garantien,
- langfristige Kapazitätsbuchungen,
- Netzentgelt-Surcharges („dedicated charges“),
- EU- und nationale Zuschüsse sowie
- Cross-Border Cost Allocation (CBCA).
ENNOH und ENTSOG kommen zu dem Ergebnis, dass kein einzelnes Instrument ausreicht, um das strukturelle Erlös- und Investitionsrisiko grenzüberschreitender Wasserstoffprojekte wirksam zu adressieren.
Als mögliches EU-weites Konzept zur Risikominimierung beim Aufbau (grenzüberschreitender) Wasserstoffinfrastruktur empfehlen die beiden Organisationen daher einen ICA-basierten Tarifansatz mit Amortisationskonto. Dieser könnte mit einer europäischen Zweckgesellschaft („Special Purpose Vehicle“, SPV) kombiniert werden, die Auszahlungen koordiniert. Ergänzend wird eine EU-budgetgestützte Garantie als Sicherheitsnetz vorgeschlagen, falls sich der Markt nicht wie erwartet entwickelt. Zudem skizziert der Bericht ein Modell für langfristige Kapazitätsbuchungen, die ebenfalls über eine europäische SPV organisiert werden könnten.
Ohne einen solchen europäischen Rahmen, so die Schlussfolgerung des Berichts, droht der Ausbau grenzüberschreitender Wasserstoffinfrastruktur hinter dem für die EU-Klima- und Energieziele erforderlichen Zeitpfad zurückzubleiben.
Die bis 7. April laufende Konsultation zu diesem Bericht soll Einschätzungen der Stakeholder zur Relevanz der einzelnen Kapitel und Instrumente einholen. Die Rückmeldungen fließen in die Überarbeitung des Berichts ein, bevor dieser beim Copenhagen Energy Infrastructure Forum vorgestellt wird.
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